BR - Bayerischer Rundfunk
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Nachwuchs beim Bayerischen Rundfunk - eine Spielwiese für neue Talente und engagierte Redakteure

"Es ist mir Freude und Verpflichtung zugleich, die bis dahin so engagierte und erfolgreiche Nachwuchsarbeit beim Bayerischen Rundfunk fortzusetzen und zu pflegen.
Der Bayerische Rundfunk engagiert sich seit vielen Jahren, oftmals auch in Kooperation mit anderen ARD-Sendern, für den Nachwuchs: Sönke Wortmann, Dominik Graf, Caroline Link, Hans Steinbichler, Florian Henckel von Donnersmarck, Marcus H. Rosenmüller stehen für viele andere Talente mit eigener Handschrift. Hier liegt der Focus, nicht auf der Einschaltquote oder auf den Zuschauerzahlen an der Kinokasse, sondern allein auf der Lust am Experiment, der Neugierde auf neue Sichtweisen, - kurz: Der eigene künstlerische Blick steht im Zentrum von Nachwuchsarbeit. Wo sonst sollten innovative Erzählformen und neue ästhetische Ansätze im Film noch ausgelebt werden können? Dass wir dafür auch die Plätze im Programm bereitstellen, ist selbstverständlich. Und je nach Erzählform gibt es die Chance einer Kinoauswertung, einer Auswertung in den Dritten Programmen oder eben den Sprung ins Erste.
Der Bayerische Rundfunk leistet sich seit vielen Jahren Kurzfilmnächte. Das ist für alle diejenigen, die sich erst mal in der sog. Kleinform ausprobieren, die einzige Chance, ihren Film auch Zuschauern zu zeigen. Wir sind sehr stolz, dass wir uns diese Möglichkeit aufgebaut haben und erhalten können.
Dabei geht es uns aber nicht nur um den ersten Kurzfilm oder den ersten langen Film, sondern auch um den zweiten und den dritten Film. Der zweite Film ist der schwerste, heißt es. Und wenn das so ist, dann sind wir in doppelter Hinsicht verpflichtet, unsere Nachwuchstalente auch ein Stück ihres Weges zu begleiten, und ihnen eben nicht nur die eine Chance zu geben. Der Mut zur Eigenwilligkeit darf dabei nicht auf der Strecke bleiben, im Gegenteil: Wir suchen die Vielfalt einzelner künstlerischer Persönlichkeiten, wo immer ihr Weg sie dann auch hinführen mag.
Eine Gruppe engagierter und erfahrener Redakteurinnen und Redakteure unterstützt und fördert beim BR junge Talente. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist ein zuverlässiger Partner, der es sich noch immer leistet, frei von Quotendruck, die Vielfalt der unterschiedlichsten Ausdrucksmöglichkeiten nicht nur zu suchen, sondern sie auch zuzulassen. Dass dies kein Widerspruch ist, auch erfolgreich zu arbeiten, zeigen z.B. unsere aktuellen Produktionen SHOPPEN von Quereinsteiger Ralf Westhoff, FRIEDLICHE ZEITEN von Neele Leana Vollmar und PIZZA UND MARMELADE von Oliver Dieckmann."

Bettina Reitz, Programmbereichsleiterin SPIEL-FILM-SERIE

Nachwuchs beim Bayerischen Rundfunk - keine Nebensache
"Junge Filmemacher sind immer für Überraschungen gut - das macht die Arbeit mit ihnen so spannend. Und wenn solche Überraschungen dann noch national wie international erfolgreich und preisgekrönt sind wie Florian Henckel von Donnersmarcks wunderbarer Oscar-Erfolg DAS LEBEN DER ANDEREN - dann ist das wie ein Geschenk.
Besonders stolz sind wir darauf, den jungen Filmemachern als allererste Plattform sechs bis siebenmal im Jahr unsere BR-Kurzfilmnächte anbieten zu können, in denen wir die Kurzfilme zu Themennächten bündeln. Die BR-Kurzfilmnacht zur Regensburger Kurzfilmwoche im März, die der BR fast von Anbeginn unterstützt hat, ist bereits eine feste Größe in der TV-Kurzfilmlandschaft. Auf diese kleinen Fernseh-Kurzfilmfestivals ist der Ansturm der Filmemacher enorm, und das darf auch gern so bleiben, auch wenn die Auswahl der Projekte manchmal ungeheuer schwer fällt. Wünschen würden wir uns nur, dass auch unser Fernsehpublikum diese Nächte, die ja wirklich eine Rarität in der deutschen Fernsehlandschaft darstellen, noch stärker annehmen würde.
Schon 1999 war in einer BR-Kurzfilmnacht QUIERO SER erstmalig der vom BR koproduzierte Film von Florian Gallenberger zu sehen, der dann später den Oscar für Kurzfilm gewann. Wie er haben Wim Wenders, Sönke Wortmann und Dominik Graf ihre ersten Kurzfilme mit dem BR gemacht. Marcus H. Rosenmüller produzierte seinen Kurzfilm C’EST LA VIE mit dem BR, und Florian Henckel von Donnersmarck hat vor seinem OSCAR-prämierten Film DAS LEBEN DER ANDEREN bereits den Kurzfilm DER TEMPLER und Neele Leana Vollmar ihren Festival-Hit MEINE ELTERN zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk. Und 2009 gewann der Kurzfilm AM ANDEREN ENDE gleich zwei FIRST STEPS Awards, neben dem Regiepreis an Philipp Döring auch den für Drehbuch an Katharina Kress. Und gerade eroberte Jessica Schwarz in Florian Cossens Diplomfilm DAS LIED IN MIR (FABW) die Herzen der Zuschauer und Jurys auf Festivals und im Kino.
Für die Zukunft wünschen wir uns eine noch intensivere Zusammenarbeit mit talentierten jungen Filmemachern. Und wir wünschen uns viele, viele Zuschauer für unsere Nachwuchstalente, da auch ein erfolgreicher Kurzfilm im Kino oder auf Festivals kaum so viele Zuschauer gewinnen kann wie im Fernsehen.

Dr. Claudia Gladziejewski, BR, Kurzfilm und Debut


Information
Die Nachwuchsaktivitäten des BR sind breit gefächert und vielfältig. Vom Kinofilm über den Fernsehfilm bis zum Dokumentarfilm, vom Kurzfilm bis zur Drehbuchentwicklung wird alles gemacht.

Kurzfilme
Der BR präsentiert, jeweils zu unterschiedlichen Themen, 6 - 7 Kurzfilmnächte im Jahr: Fix ist nur der Termin zur Regensburger Kurzfilmwoche. Kurze, aber auch mittellange Filme werden für die Kurzfilmnächte koproduziert und in Ausnahmefällen auch angekauft. Es besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den deutschen Filmhochschulen, insbesondere der HFF München und der Filmakademie Baden-Württemberg. Seit Oktober 2007 hat der BR eine eigene Redaktion "Kurzfilm und Debut" unter der Leitung von Dr. Claudia Gladziejewski.

Kino- und Fernsehfilme (Debüts)
Der BR realisiert mindestens 1 Kinospielfilmdebüt pro Jahr. Des Weiteren gibt es 2-3 Abschlussfilme von Filmhochschulabsolventen und 1-2 Kinokoproduktionen. Das Bayerische Fernsehen hat dem Debütfilm und jungem europäischen Kino mit dem Sendeplatz "Junger Film" am Mittwoch gegen 23:00 Uhr eine eigene Reihe eingerichtet.

Dokumentarfilme
Preisgekrönte Dokumentarfilme, wie DIE GESCHICHTE VOM WEINENDEN KAMEL von Byambasuren Davaa und Luigi Falorni, DAVID WANTS TO FLY  von David Sieveking (DFFB) oder GLÜCKSFORMELN von Larissa Trüby sind ein weiterer wichtiger Bestandteil der BR-Nachwuchsarbeit. Der "große Dokumentarfilm", jeden Sonntag um 23.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen, hat ca. 46 feste Sendeplätze im Jahr, auf denen vom BR koproduzierte oder angekaufte Dokumentarfilme gezeigt werden, darunter drei bis vier Abschlussfilme pro Jahr. Profil: erzählender Dokumentarfilm mit persönlicher Handschrift, gesellschaftsrelevanten Themen, innovativen Formen. Die Filme sind 60 bis 90 Minuten lang und werden oft mit anschließenden Spielfilmen thematisch gebündelt.

Drehbuchförderung und -entwicklung
Da ohne gutes Buch kein guter Film entsteht, gibt es die Möglichkeit von Drehbuchförderung und -entwicklung im Rahmen der Münchner und der Nürnberger Drehbuchwerkstatt und der Nachwuchsinitiative First Movie, die der BR ebenfalls unterstützt.


Ansprechpartner:
Bayerischer Rundfunk
Rundfunkplatz 1
80300 München
Tel: 089 - 380602
www.br-online.de

Bettina Reitz, Programmbereichsleiterin SPIEL FILM SERIE

Redaktion "Fernsehfilm":
Birgit Metz (Debut)
Claudia Simionescu (Debut)

Redaktion "Kurzfilm und Debut":
Dr. Claudia Gladziejewski

Redaktion "Film und Teleclub":
Hubert von Spreti
Natalie Gräfin Lambsdorff

Redaktion "Literarische Filmerzählung":
Elmar Jaeger
Petra Felber (Dokumentarfilm)

Redaktion "Kinderspielfilm":
Dr. Cornelia Ackers (Debut)
Cornelius Conrad

Redaktion "Dokumentarfilm":
Christel Hinrichsen

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