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Nachwuchs beim WDR-Fernsehen
"Nachwuchsarbeit, Debütfilme, Förderung des filmischen Nachwuchses... Wie man auch versucht, die Arbeit mit Autoren- und RegiedebütantInnen zu benennen, es klingt oft etwas nach "noch nicht ganz fertig", Anfänger eben ...
Dabei ist das doch gerade die Herausforderung, das Spannende und vor allem auch das Schöne an der Nachwuchsarbeit. Jedenfalls für mich. Ich finde es einfach ungemein spannend, an den Hochschulen - aber nicht nur dort - immer neue AutorInnen und RegisseurInnen und ihre ersten Arbeiten kennen zu lernen.
Was für Geschichten möchten angehende AutorInnen/RegisseurInnen erzählen? Welche Themen beschäftigen sie? Welche filmischen Formen und Stilmittel bevorzugen sie? Welche Filme beeinflussen sie? Welchen Vorbildern eifern sie nach, von welchen distanzieren sie sich? Welche neuen Impulse kommen von ihnen?
Natürlich bestimmt der eigene Geschmack letztlich immer auch die Auswahl der Projekte, die man unterstützen möchte, doch gerade bei der Nachwuchsarbeit stehen für mich meine eigenen Vorlieben erst einmal nicht im Vordergrund, dazu bin ich zu neugierig darauf, was mir die AutorInnen/RegisseurInnen anbieten. Und dann lasse ich mich von den Geschichten, den Figuren, den Visionen der FilmemacherInnen fesseln - oder eben auch nicht. Und manchmal ist es tatsächlich einfach die Energie und die Begeisterung, die jemand in sein Projekt gesteckt hat, die mich aufhorchen lässt.
Letztlich sind es jedoch immer die Charaktere und ihre Geschichten, die Erzählweise und natürlich auch die Vorstellung von der filmischen Umsetzung, die ein Filmemacher mitbringt, die für mich ausschlaggebend sind. Und dabei auch neue Formen des filmischen Erzählens, etwa Grenzgänge zwischen Dokumentarischem und Fiktionalem, auszuprobieren, ist für mich ein wichtiger Punkt in der Auswahl.
Und doch es ist vor allem die Vielfalt - von der semi-dokumentarischen Low-Budget-Produktion bis zum eher mainstreamigen Kinofilm - die für mich die Nachwuchsarbeit so abwechslungsreich und spannend macht und die ich auch als Kennzeichen für die Nachwuchsarbeit beim WDR sehe."

Andrea Hanke, Redakteurin WDR-Fernsehfilm

Information
Die Arbeit der Redaktion Fernsehfilm im Nachwuchsbereich lässt sich grob in zwei Bereiche unterteilen:
  • Die in Zusammenarbeit mit der Filmstiftung NRW entstandene Reihe "Six Pack"
  • Debütfilme außerhalb dieser Reihe

Ausgestrahlt werden Debütfilme in der Debütreihe des WDR "Kinozeit Debüt" und in der ARD-Reihe "Debüt im Ersten".

Six Pack - Nachwuchs aus NRW
Jungen FilmemacherInnen und Absolventen soll die Chance gegeben werden, ihren ersten oder zweiten abendfüllenden Spielfilm zu realisieren. Es werden bevorzugt die in NRW ansässigen oder ausgebildeten kreativen Nachwuchskräfte angesprochen.
Die Filme sollen unterhaltsam emotionale und gegenwärtige Geschichten erzählen und mit einem Gesamtetat von jeweils bis zu € 800.000 sinnvoll zu realisieren sein.
Der WDR-Fernsehfilm mit Etatmitteln und die Filmstiftung mit WDR-Mitteln beteiligen sich zu je 50% an den Gesamtkosten. Den jungen FilmemacherInnen wird damit die Möglichkeit gegeben, innerhalb eines überschaubaren Produktionsrahmens ihre Handschrift zu etablieren. Den Produzenten wird ein festes Finanzierungspaket geboten, mit dem sie schnell und unkompliziert einen "jungen Film" herstellen und Nachwuchskräfte an sich binden können. Kinoauswertung ist eine Option für diese Nachwuchsfilme, aber kein Muss. 16 Filme sind bisher in der Reihe entstanden, weitere befinden sich im Dreh bzw. in der Buchentwicklung.

Immer wieder stoßen wir Sonderprojekte an wie z.B. die abgeschlossene Reihe "Radikal digital". Unter diesem Label entstanden vier Projekte, die die Möglichkeiten der digitalen Technik erforschen sollten:"1/2 Miete", "Junimond", "Narren" und "Egoshooter". Die Filme liefen auf den Festivals in Hof, Berlin, Locarno und waren auf zahlreiche weitere Festivals eingeladen.
Ein anderes Sonderprojekt war zuletzt der Kompilationsfilm "Code 21". Hier hatten wir junge Filmemacher in einem Wettbewerb aufgerufen, uns zum Thema "Was bewegt uns zu Beginn des 21.Jahrhunderts?" Kurzfilmideen zuzuschicken. Von den Einsendungen haben wir fünf Projekte ausgewählt, dokumentarische und fiktionale, die wir entwickelt und in Eigenproduktion mit WDR-Teams und den jungen Filmemachern realisiert haben.

Weitere Debütprojekte aus der letzten Zeit:
"Prinzessin", "Die Unerzogenen", "Gegenüber", "Die Besucherin", "Die Liebe der Kinder", "Die Fremde", "Mein Freund aus Faro", "Was am Ende zählt", "Zarte Parasiten", "Was Du nicht siehst"...

Ansprechpartnerinnen:
WDR-Fernsehfilm
Appellhofplatz 1
50667 Köln
Tel.: 0221 - 20 - 1
Fax: 0221 - 220 - 48 00
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Andrea Hanke
Redakteurin/Dramaturgin
Tel.: 0221 - 220 29 96
Fax: 0221 - 220 69 38
E-Mail: Andrea.Hanke@wdr.de

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